Gucci-Zähne?

…Weisse lückenlose Zähne? Das ist von gestern!
Trendsetter wollen keine weissen, symmetrischen Zähne mehr…
So zumindest die NZZ am Sonntag, den 17.11.2019 – ein SCHÖNER Artikel… und ja, die meisten Patienten wollen keine genormten Zähne im gleichgeschalteten “Barbie-Look”, wie dies Dr. Giuseppe Allais vor ein paar Jahren an einer Konferenz in Madrid ausführlich erwähnte – sondern eigene, personalisierte Zähne.
Der kurze Artikel ist wohl etwas übertrieben aber trotzdem lesenswert!
https://bellevue.nzz.ch/…/gucci-kampagne-zeigt-weisse-lueck…


Photo: Gucci

Idee Bauhaus von 1919

Die “Idee Bauhaus” begleitet mich auch bei meinem schönen Beruf.
Der Grundgedanke und das Studium hat die wohl wichtigsten Grundlagen für das Grafik- und Industriedesign und für die Architektur geschaffen.

Hier ein paar Highlights aus dem Grundgedanken aus dem Jahre 1919:
…neue Formensprache entwickeln, die dem industriellen Herstellungsprozess gerecht wird.
…”Das Endziel aller bildnerischen Tätigkeit ist der Bau».
…die Kunst von der Industrialisierung emanzipieren.
…”Gegenentwurf zur Ästhetik des Historismus”.
…die Architektur mit der Kunst verbinden.
…Unterscheidung zwischen Künstler und Handwerker aufheben.
…”Arbeitsgemeinschaft”

Das Studium andererseits wurde in drei Schritte strukturiert.
– Formunterricht und Materialübungen
– Werklehre
– Baulehre

Ich habe die zahntechnische Lehre “Formunterricht und Materialübungen” vor einiger Zeit abgeschlossen. Die Neugier treibt mich jedoch immer wieder an neue Prozesse, mit dem “Endziel Bau” heran. Wenn die Einstiegs-Hürde hoch ist suche ich nach einem Coach*in/Ratgeber*in, der/die mir behilflich ist diese in absehbarer Zeit zu passieren “Werklehre”. Wenn diese Phase abgeschlossen ist, geht es weiter in die “Versuch und Irrtum” Phase wo ich autodidaktisch weitermache und mit der nötigen Geduld/Ausdauer einen Prozess erarbeite, bis dieser ausgereift ist (Baulehre). Wenn ich mich dann sicher fühle, erfolgt die Integration des Erlernten in den Alltag – es gibt auch die Momente wo ich hier wieder in die Werklehre zurück gehen muss.

Heute, wo ich mich auch intensiv mit digitalen Projekten mit dem „Endziel Bau“(!) beschäftige bewege ich mich nach wie vor im erwähnten Grundgedanken und Spannungsfeld „Austausch in der Gemeinschaft“, oder meine „Architektur von der Industrialisierung”, also der Massenproduktion zu emanzipieren (Stichwort Ethik/Mensch/Individuum/Natur) und doch eine „Formensprache zu sprechen“ die dem industriellen Herstellungsprozess (CAD-CAM, CAD-PRT-PRESS, CAD-PRT-CAST, etc.) gerecht wird.

Link/Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Bauhaus

Zähne malen…

Diese Zähne wurden mit genau einem Malfarbenbrand bemalt. Man spricht hier auch von Micro-Layering mit flüssiger Malfarbenkeramik auf Zirkoniumdioxid (oder LS2). Werden zu viele Brände geführt läuft die Malfarbe nach unten (Gravitationskraft).
Die Gingiva habe ich in Keramik geschichtet weil mich die Malfarben  im Hue nicht überzeugen und nicht natürlich wirken. Das Problem hier liegt beim Cadmiumsulfoselenid. Cadmium ist giftig und lediglich als Künstlerfarben oder zum Restaurieren von Gemälden erlaubt.


Das Zirkon weist 1200 MPa auf und gehört somit zur harten Sorte. Hier ist es besonders schwierig eine lebendige Transparenz der Zähne zu imitieren. Im Alltag würde diese Arbeit, speziell wegen des etwas opaken Untergrundes, geschichtet lebendiger  aussehen.
Das Zirkon habe ich nach dem CAM-Prozess mit Handstück und Skalpell vor dem Sintern sorgfältig ausgearbeitet und mit dem Coloring-Liquid in A1 gefärbt.

Gedruckte Zähne?

Bericht zu Lithium Disilikat “e.max” / Expert Days Nr. 2

Soeben fanden die zweiten Expert-Days in Österreich statt. Wir haben viele Veneers und Kronen auf allen möglichen pressbaren Gerüstmaterialien hergestellt. Von MO/Medium Opacity über LT (Low Translucency) zu MT (Medium Translucency)  nach HT (High Translucency) wurde jedes Material mit der schönen Feldspatkeramik (Creation LS) beschichtet. Die live geschichteten Arbeiten habe ich in den Pausen kurz skizziert damit die Teilnehmer das Konzept während der Schichtung beibehalten können. Ich wünsche den Technikern gutes Gelingen mit diesem schönen System.


Für mich ist die Presskeramik interessant weil ich nun die Gerüste 3D-drucken und diese Technologie perfekt mit meinem Handwerk kombinieren kann! Mit der beschriebenen Feldspat Keramik ist es nun möglich den Helligkeitswert auch bei mehreren Bränden (also keine “One Bake Technik”) aufrecht zu halten. Solche Restaurationen lassen sich adhäsiv verkleben und dienen somit auch in der minimal-invasiven Zahnheilkunde.